Kirchenopfer nicht vergessen !

Vor drei Wochen hat die Vorsitzende der UN-Kommission für Kinderschutz öffentlich den Vatikan kritisiert wegen seiner faktischen Untätigkeit im Bereich Missbrauch von Kindern durch Geistliche.

Mir ist dabei eingefallen und aufgefallen: als mein Sohn David vor 20 Jahren in Adelaide/ Australien zur Polizei ging, um einiges über die Situation seines Vaters als Jesuit und die Rolle des Ordens dabei wie er es u.a.in Adelaide selbst erlebt hat, zu Protokoll zu geben, hat der Beamte als erstes nach der Nennung des Anliegens spontan assoziiert: das sind ja die mit dem Missbrauch von Jungen….
Bei der jetzigen Begeisterung darüber,dass ein Papst sich in Lebenshaltung und Rede halbwegs „normal“ benimmt, besteht die grosse Gefahr dass keiner mehr von den Opfern redet. Sie stören.

In Holland war ich oft Gast bei der protestantischen, französischsprachigen Nachfolge- Kirche protestantischer Flüchtlinge besonders aus Frankreich, Eglise Wallonne.  Die Diskussion mit ihnen über Priesterkinder wurde da oft verkürzt auf die Frage ob Priester heiraten dürfen sollen, bzw. Verheiratete wieder amtieren sollen dürfen. Ein  so manipulierter Diskurs zur Verfolgung und Diskriminierung von Priesterkindern ist hier auch sehr beliebt. Ich habe damals dort gesagt, dass ich glaube, dass in nicht allzu ferner Zukunft der verpflichtende Zölibat für Weltpriester sich nicht halten können und abgeschafft werden wird. Ich bin aber  sicher, dass das nicht mit einer Entschädigung für die einhergehen wird, die bis dahin gelitten haben, und es macht mir grosse Angst, dann an die Kinder von Ordenspriestern zu denken, die im konzertierten Jubel über eine solche „Befreiung“ untergehen und dann   d i e  diskriminierte Gruppe sein  werden, noch mehr als jetzt. Kirche kommt ohne Opfergruppen nicht aus, eine furchtbare Erkenntnis,  die wir in den Medienkampagnen zum neuen Papst nicht vergessen dürfen. Katholische Organisationen und Einzelpersonen haben schon sehr schnell jetzt ein solches Vergessen vorgemacht.

Der Vertrauensbruch, der unsere Website zum Erliegen gebracht hat, hatte Vorboten, besonders die entsetzte Abwehr, als wir vom Tod zweier junger Söhne von Ordensleuten gesprochen haben. Es durfte einfach nicht wahr sein, dass die Kirche mit den vorgegebenen Quälereien Menschen zu Tode bringt. 

Wiltrud Weber

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2 Kommentare zu „Kirchenopfer nicht vergessen !“

  1. Ich bin erschüttert was alles möglich ist,und weiß das es sehr schwer ist
    Recht für die Betroffenen zu bekommen.

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